Mitchel T. van der Meer, Geschäftsführer von medacom, im weißen Hemd lachend

Mitchel T. van der Meer

Geschäftsführer medacom

Interview

„Ich glaube an
gute Netzwerke“

Was steckt eigentlich hinter medacom und wer hinter den Ideen, die das Unternehmen heute antreiben? Daniele vom #33 hat sich mit Geschäftsführer Mitchel T. van der Meer zusammengesetzt und über genau das gesprochen: über seinen Weg ins Unternehmertum, Verantwortung, den Anspruch, Dinge radikal einfacher zu machen und darüber, warum Erfolg für ihn am Ende vor allem eines bedeutet: Freiheit.

Das Gespräch führte Daniele von UNICA für das #33 Magazin.

Mitchel, wie bist du eigentlich Geschäftsführer eines IT-Unternehmens geworden? War Unternehmertum schon immer dein Plan?

Nein, zumindest nicht als fertig formulierter Lebensplan. Ich glaube ohnehin, dass Lebensläufe im Rückblick häufig geradliniger aussehen, als sie tatsächlich waren.

Mich hat aber schon immer gereizt, Dinge zu gestalten. Wenn ich ein Problem sehe, fange ich relativ schnell an darüber nachzudenken, wie man es besser machen könnte. Technik hat mich dabei ebenfalls schon früh fasziniert. Wahrscheinlich weniger um der Technik selbst willen, sondern wegen der Möglichkeiten, die daraus entstehen.

Die Corona-Zeit war dann für mich, wie für viele andere Menschen auch, ein Moment, in dem man angefangen hat, den eigenen Weg stärker zu hinterfragen. Gewohnte Strukturen funktionierten plötzlich nicht mehr. Präsenz wurde zu Homeoffice, Sicherheiten wurden unsicher und gleichzeitig entstand Raum für Gedanken, für die im normalen Alltag häufig wenig Zeit bleibt.

Bei mir kam noch etwas hinzu. Ich merkte, dass ich unglaublich viel Energie hatte und diese Energie für etwas Größeres einsetzen wollte. Ich wollte nicht nur bestehende Strukturen begleiten, sondern selbst Verantwortung übernehmen, gestalten und etwas entwickeln.

Dabei erinnerte ich mich wieder an ein Gespräch, das schon einige Jahre zurücklag. Ich war damals bereits gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, ein Unternehmen in zweiter Generation weiterzuführen. Zu diesem Zeitpunkt war für mich offenbar noch nicht der richtige Moment gekommen.

Manche Entscheidungen brauchen ein paar Jahre, um zu reifen.

Irgendwann stellte sich diese Frage dann noch einmal und plötzlich fühlte sich die Antwort anders an. Aus einer Möglichkeit wurde eine echte Perspektive.

Heute bin ich sehr froh, dass David und ich diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben. Der Weg dorthin war sicherlich nicht komplett geplant. Aber wenn ich heute zurückblicke, ergibt er erstaunlich viel Sinn.

Vielleicht ist genau das auch Unternehmertum: Chancen zu erkennen, wenn man selbst bereit dafür geworden ist.

medacom hat sich sehr klar auf Arztpraxen, MVZ und andere Gesundheitseinrichtungen spezialisiert. Was fasziniert dich persönlich an dieser Branche?

Vor allem, dass Technologie hier einen sehr konkreten Nutzen für Menschen haben kann.

Wenn in irgendeinem Unternehmen ein Prozess fünf Minuten länger dauert, ist das ärgerlich. Wenn eine Ärztin, ein Arzt oder eine MFA jeden Tag Zeit mit langsamen Systemen, Medienbrüche, Schnittstellenproblemen oder schlechter Organisation verliert, fehlt diese Zeit am Ende an einer Stelle, an der sie viel wertvoller wäre: beim Patienten.

Deshalb sprechen wir bei medacom ganz bewusst über Lebensqualität im Praxisalltag.

Das Gesundheitswesen ist technisch enorm komplex. Wir haben Datenschutz, Regulierung, Cybersecurity, unterschiedliche Software, medizinische Geräte, Kommunikationslösungen und immer neue Anforderungen. Gleichzeitig sitzen am Ende Menschen vor diesen Systemen, die eigentlich etwas vollkommen anderes tun möchten: Menschen behandeln und helfen.

Und genau diese Diskrepanz finde ich spannend.

Unser Job ist nicht, Technik möglichst kompliziert aussehen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Wenn wir unsere Arbeit richtig machen, merkt der Kunde möglichst wenig von seiner IT.

Sie funktioniert einfach.

Das klingt banal. Ist es aber nicht.

Gleichzeitig arbeitet ihr in einem Bereich, in dem Fehler schnell weitreichende Folgen haben können. Was bedeutet Verantwortung für dich als Geschäftsführer?

Zunächst einmal einen sehr hohen Anspruch an die eigene Arbeit zu haben.

Unser Anspruch ist natürlich, dass Fehler gar nicht erst passieren. Gleichzeitig wäre es unehrlich zu behaupten, dass in einem Unternehmen, in dem Menschen arbeiten, niemals Fehler entstehen.

Für mich entscheidet sich Qualität deshalb auch daran, wie man mit einem Fehler umgeht.

Wenn etwas schiefläuft, braucht der Kunde zunächst keine lange Erklärung, warum etwas nicht funktionieren konnte. Er braucht eine Lösung. Ruhe bewahren, Verantwortung übernehmen und das Problem lösen.

Danach kommt für mich der zweite, vielleicht sogar wichtigere Teil. Ein Fehler darf passieren. Derselbe Fehler sollte aber möglichst kein zweites Mal passieren.

Deshalb investieren wir sehr viel Zeit und Ressourcen in Schulungen, Dokumentation und die Weiterentwicklung unserer Standards. Das ist auch einer der Gründe, warum wir uns bewusst entschieden haben, selbst auszubilden. Wir möchten unseren Qualitätsanspruch nicht irgendwann erklären müssen, sondern ihn von Anfang an vermitteln und gemeinsam leben. Deswegen streben wir auch die ISO27001-Zertifizierung an.

Qualität entsteht für mich nicht dadurch, dass man behauptet, gut zu sein.

Sie entsteht durch Standards, Disziplin und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu hinterfragen.

Ein Fehler darf passieren. Derselbe Fehler sollte aber möglichst kein zweites Mal passieren.

Was unterscheidet medacom denn von einem klassischen IT-Systemhaus? Was wollt ihr bewusst anders machen?

Wir möchten nicht der Dienstleister sein, den man nur dann anruft, wenn irgendwo ein Computer nicht mehr funktioniert.

Wir sehen uns als ganzheitlichen Partner rund um die Informationstechnologie einer Praxis oder eines MVZ. Beratung, Infrastruktur, Praxissoftware, Security, Backup, Kommunikation, Compliance, Lifecycle und Support gehören für uns zusammen.

Aber entscheidend ist für mich gar nicht, wie viele Leistungen wir aufzählen können.

Entscheidend ist, dass der Kunde nicht selbst zum Koordinator seiner IT werden muss.

Eine moderne Arztpraxis hat ohnehin genug Komplexität. Wenn sie dann bei einem Problem fünf verschiedene Unternehmen anrufen muss und jeder auf den anderen verweist, haben wir aus meiner Sicht unseren Beruf nicht richtig verstanden.

Gleichzeitig bin ich ein großer Freund von Partnerschaften. Wir müssen nicht alles selbst erfinden. Wir müssen wissen, welche Lösungen funktionieren und welche Unternehmen unseren Qualitätsanspruch teilen.

Wir arbeiten beispielsweise mit Partnern wie Securepoint, Synology, WORTMANN, Odoo, PADexpert und praxeasy zusammen. Auch außerhalb der klassischen IT sind langfristige Beziehungen wichtig für uns, beispielsweise mit UNICA, Odoo und dem Audi sowie Porsche Zentrum Paderborn.

Ich glaube an gute Netzwerke.

Unsere Aufgabe ist es dann, aus diesen unterschiedlichen Bausteinen eine funktionierende Gesamtstruktur zu schaffen.

Der Kunde soll am Ende nicht darüber nachdenken müssen, wer für welchen Teil seiner IT verantwortlich ist.

Er hat einen Ansprechpartner.

Euer Claim lautet „360°-IT für Ärzte – radikal einfach!“. Was bedeutet radikal einfach für dich?

Radikal einfach bedeutet überhaupt nicht, dass etwas oberflächlich oder simpel sein soll.

Das Gegenteil ist der Fall.

Hinter einer wirklich einfachen Lösung steckt häufig unglaublich viel Arbeit.

Komplexität verschwindet ja nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Irgendjemand muss sie beherrschen. Ich bin nur der Meinung, dass dieser Jemand nicht unser Kunde sein sollte.

Wenn eine Praxis verschiedene Systeme, mehrere Dienstleister, regulatorische Anforderungen, Backups, Sicherheitslösungen und medizinische Geräte hat, dürfen wir diese Komplexität nicht ausblenden.

Wir müssen sie für ihn beherrschbar machen.

Klare Ansprechpartner. Klare Prozesse. Verständliche Aussagen. Direkte Hilfe. Möglichst wenige Umwege.

Das ist übrigens auch etwas, das mich über die IT hinaus beschäftigt. Unternehmen neigen dazu, mit der Zeit immer komplizierter zu werden. Für jedes Problem entsteht ein neuer Prozess, für jeden Sonderfall noch eine Regel und irgendwann versteht niemand mehr, warum etwas eigentlich so gemacht wird.

Ich frage dann gerne: Brauchen wir das wirklich?

Klarheit ist für mich deshalb ein sehr wichtiger unternehmerischer Wert.

In unserem Imageflyer gibt es einen Satz, den ich sehr mag: „Wir arbeiten nicht mit dem Chaos. Wir lösen es.“

Das bringt unseren Anspruch ziemlich gut auf den Punkt.

Komplexität verschwindet ja nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Irgendjemand muss sie beherrschen. Ich bin nur der Meinung, dass dieser Jemand nicht unser Kunde sein sollte.

Ein Thema, an dem momentan niemand vorbeikommt, ist künstliche Intelligenz. Was wird KI im Gesundheitswesen verändern?

Sehr viel. Aber wir müssen uns beide Seiten anschauen.

Die Chancen sind enorm.

Wir können beispielsweise Sprachbarrieren nahezu in Echtzeit reduzieren. Gerade im Gesundheitswesen kann besseres gegenseitiges Verstehen viel mehr sein als nur Komfort.

Dokumentationen und Gespräche können transkribiert und strukturiert werden. Große Datenmengen lassen sich schneller verarbeiten. KI unterstützt heute schon bei Telefonaten und künftig werden spezialisierte Agenten viele administrative Tätigkeiten übernehmen können.

Gerade in einer Branche, die sich bald mit einem Sparpaket auseinander setzen muss und zusätzlich unter Fachkräftemangel leidet, ist das eine große Chance.

Für mich bedeutet KI dabei ausdrücklich nicht, möglichst schnell Menschen zu ersetzen. Im Gegenteil. Wir sollten Menschen von den Aufgaben entlasten, für die wir eigentlich keine hochqualifizierten Fachkräfte benötigen.

Medizinische Fachangestellte sollte ihre Zeit möglichst nicht mit Tätigkeiten verbringen, die eine Software ebenso gut erledigen könnte.

Aber wir dürfen die andere Seite nicht ausblenden.

Künstliche Intelligenz vereinfacht leider auch Cyberkriminalität. Angriffe können professioneller, schneller und skalierbarer werden. Darauf müssen wir unsere Kunden vorbereiten. Technisch und organisatorisch.

Und dann gibt es noch ein Thema, das mir persönlich sehr wichtig ist: Welche Daten geben wir eigentlich welcher KI?

Diese Technologie ist so schnell in unserem Alltag angekommen, dass unsere Begeisterung teilweise schneller war als unsere Sensibilität im Umgang mit den eigenen Daten.

Deshalb gilt für mich: Innovation ja. Unbedingt sogar. Aber kontrolliert, datenschutzkonform und innerhalb klarer Regeln.

Fortschritt und Verantwortung dürfen keine Gegensätze sein.

Wie würden deine Mitarbeiter eigentlich deinen Führungsstil beschreiben?

Das müsstest du wahrscheinlich meine Mitarbeiter fragen. lacht

Ich hoffe aber, dass relativ schnell das Wort Vertrauen fallen würde.

Wir arbeiten bei medacom mit einem System, das wir intern als Brigadesystem bezeichnen. Die Idee dahinter ist relativ einfach. Wir schaffen kleinere Einheiten mit klaren Verantwortlichkeiten. Unsere Teamleiter arbeiten eng mit ihren Mitarbeitern zusammen und Entscheidungen sollen möglichst dort getroffen werden, wo auch die fachliche Kompetenz sitzt.

Natürlich tauschen wir uns als Geschäftsführung regelmäßig mit den Teamleitern aus. Aber ich möchte nicht jede einzelne Entscheidung selbst treffen.

Ich halte es sogar für gefährlich, wenn ein Unternehmen nur funktioniert, weil jede Entscheidung über den Geschäftsführer laufen muss.

Dafür braucht man natürlich Vertrauen. Und gemeinsame Werte.

Bei diesen Werten bin ich durchaus anspruchsvoll.

Verbindlichkeit, Eigenverantwortung und Qualität sind für mich keine Worte, die irgendwo auf einer Unternehmenswebsite stehen sollen. Sie müssen im Alltag funktionieren.

Ich sage bei uns relativ häufig: Einen guten Ruf muss man sich über Jahre hart erarbeiten. Verlieren kann man ihn innerhalb weniger Minuten.

Wir wollen ihn nicht verlieren.

Deshalb möchte ich Menschen möglichst viel Freiheit geben. Aber Freiheit und Verantwortung gehören für mich immer zusammen.

Unternehmertum bedeutet zwangsläufig auch, falsche Entscheidungen zu treffen. Was hat deine Art, Entscheidungen zu treffen, besonders geprägt?

Wahrscheinlich zunächst die Erkenntnis, dass Unternehmertum kein Selbstzweck ist.

Gerade am Anfang hat man unglaublich viel Energie. Man möchte verändern, verbessern, wachsen und am liebsten alles gleichzeitig.

Bei einem Generationswechsel kommt hinzu, dass man nicht einfach nur ein Unternehmen übernimmt. Man übernimmt Geschichte, Beziehungen, Gewohnheiten und eine bestehende Unternehmenskultur. Gleichzeitig entwickelt man selbst eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie dieses Unternehmen künftig aussehen soll.

Das erzeugt zwangsläufig Reibung.

Ich musste lernen, dass viel Bewegung nicht automatisch bedeutet, dass man sich in die richtige Richtung bewegt.

Es gibt Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde. Es gab Entwicklungen, bei denen ich schneller hätte reagieren müssen, und andere, denen ich mehr Zeit hätte geben sollen.

Heute frage ich deshalb viel häufiger: Schafft diese Entscheidung wirklich einen Mehrwert oder macht sie uns nur beschäftigter?

Ich weiß auch, dass ich mit manchen Aussagen und Entscheidungen polarisiere. Das gehört wahrscheinlich zu mir. Ich habe eine recht klare Vorstellung davon, was ich für richtig halte, und neige nicht dazu, Dinge nur deshalb anders zu formulieren, damit sie weniger Reibung erzeugen.

Aber auch da habe ich dazugelernt.

Klarheit und Rücksicht sind keine Gegensätze.

Man kann eine klare Position vertreten und trotzdem zuhören. Man kann von etwas überzeugt sein und trotzdem seine Meinung ändern. Und man kann eine unbequeme Entscheidung treffen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren, den sie betrifft.

Ich glaube sogar, dass Führung manchmal zwangsläufig polarisiert. Wenn ich versuche, mit jeder Entscheidung allen zu gefallen, entscheide ich irgendwann gar nicht mehr.

Wichtig ist für mich deshalb, dass ich meine Entscheidungen begründen kann und bereit bin, die Verantwortung dafür zu tragen. Gerade dann, wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein als falsch herausstellt.

Und ich habe irgendwann aufgehört, Unternehmertum zu romantisieren.

Ein Unternehmen muss wirtschaftlich erfolgreich sein. Es muss seinen Mitarbeitern eine Perspektive geben und seinen Kunden einen echten Nutzen bieten. Aber natürlich muss es auch dem Unternehmer ermöglichen, seine persönlichen Ziele zu erreichen.

Für mich ist eines dieser Ziele Freiheit.

Ich möchte nicht irgendwann feststellen, dass ich zwar ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut habe, aber selbst vollständig von diesem Unternehmen abhängig geworden bin.

Ich möchte kein Unternehmen besitzen, das mich besitzt.

Klarheit und Rücksicht sind keine Gegensätze.

medacom engagiert sich inzwischen im Motorsport und unterstützt Gian Luca Tüccaroglu im Porsche Sixt Carrera Cup. Was haben Unternehmertum und Rennsport für dich gemeinsam?

Erstaunlich viel.

Mich fasziniert am Motorsport gar nicht in erster Linie Geschwindigkeit. Geschwindigkeit allein gewinnt kein Rennen.

Dahinter stehen Präzision, Vorbereitung, Technik, Daten, klare Prozesse und vor allem Menschen, die unter enormem Druck als Team funktionieren müssen.

Wenn du dir ein professionelles Rennteam anschaust, arbeitet dort ja nicht nur der Fahrer auf ein Ziel hin. Ingenieure, Mechaniker, Strategen und viele weitere Menschen müssen ihre jeweilige Aufgabe auf höchstem Niveau erledigen. Ein kleines Detail kann am Ende den Unterschied machen.

Genau diese Mentalität fasziniert mich.

Porsche steht für mich für eine besondere Verbindung aus Tradition, technischer Qualität und dem permanenten Anspruch, sich weiterzuentwickeln. Persönlichkeiten wie Ferdinand Piëch haben diesen kompromisslosen technischen Anspruch verkörpert. Nicht einfach etwas Gutes bauen, sondern immer wieder die Frage stellen: Geht es noch besser?

Und bei Gian Luca erleben wir heute einen jungen Fahrer, der seinen Weg mit einem sehr klaren Ziel verfolgt. Im Carrera Cup entscheiden teilweise kleinste Unterschiede. Talent allein reicht nicht. Du brauchst Disziplin, Training, Technik, das richtige Umfeld und Menschen, die gemeinsam an dieses Ziel glauben.

Deshalb passt das Engagement auch sehr gut zu medacom.

In unserem Imageflyer steht dazu: „Volle Kontrolle. Auch bei Höchstgeschwindigkeit.“

Das trifft die Verbindung für mich ziemlich gut.

Natürlich ist eine Arztpraxis keine Rennstrecke. Aber auch dort müssen Menschen, Prozesse und technische Systeme zuverlässig zusammenspielen.

Unser Job ist es, dabei mit derselben Ruhe, Präzision und Zielstrebigkeit dafür zu sorgen, dass unsere Kunden sicher ans Ziel kommen.

Und vielleicht fasziniert mich Motorsport genau deshalb so sehr. Man kann dort unmittelbar beobachten, was möglich ist, wenn Menschen mit völlig unterschiedlichen Aufgaben gemeinsam kompromisslos auf ein Ziel hinarbeiten.

Wenn wir beide dieses Gespräch in fünf Jahren noch einmal führen, was müsste bis dahin passiert sein, damit du sagst: Wir sind auf dem richtigen Weg?

Dann würde ich gerne ein medacom sehen, das deutlich unabhängiger von einzelnen Personen geworden ist. Und damit meine ich ausdrücklich auch David und mich.

Ich halte es nicht für ein Zeichen eines guten Unternehmens, wenn der Geschäftsführer überall gebraucht wird.

Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.

Ein wirklich gut aufgestelltes Unternehmen funktioniert, weil Strukturen funktionieren, weil Verantwortung verteilt ist und weil die richtigen Menschen an den richtigen Stellen Entscheidungen treffen können.

Ich möchte deshalb in fünf Jahren ein medacom sehen, das weiter gewachsen ist, wirtschaftlich sehr gesund dasteht und dessen Qualitätsanspruch nicht davon abhängt, ob David oder ich gerade im Raum sind.

Ich würde mich freuen, wenn Menschen, die wir ausbilden oder bereits bei uns arbeiten, dann selbst Verantwortung übernehmen oder vielleicht bereits Teams führen. Dann weißt du, dass du nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern tatsächlich etwas aufgebaut hast, das sich weiterentwickeln kann.

Und natürlich möchte ich, dass unsere Kunden noch stärker erleben, was wir mit „360°-IT für Ärzte – radikal einfach!“ meinen.

Weniger Komplexität. Weniger Abhängigkeiten. Mehr Zeit für die eigentliche Arbeit.

Mein persönliches Ziel dahinter ist aber genauso klar.

Ich möchte unternehmerisch erfolgreich sein, weil Erfolg für mich vor allem eines schafft: Freiheit.

Unabhängigkeit bedeutet für mich nicht, irgendwann morgens aufzuwachen und nichts mehr zu tun. Dafür bin ich vermutlich viel zu neugierig. Wahrscheinlich würde ich nach kurzer Zeit schon wieder irgendeine neue Idee verfolgen.

Aber ich möchte irgendwann ausschließlich entscheiden können, was ich mache, mit wem ich es mache und warum ich es mache.

Das ist für mich echte Freiheit.

Interessanterweise gibt es da sogar eine Parallele zu unserem Versprechen an unsere Kunden.

Wir möchten ihnen Zeit, Fokus und Kontrolle zurückgeben.

Und genau diese drei Dinge möchte ich mir durch Unternehmertum langfristig auch selbst erarbeiten.

Wenn wir beide uns also in fünf Jahren wieder hier hinsetzen und ich sagen kann, dass medacom stärker geworden ist, ohne dass meine persönliche Freiheit kleiner geworden ist, dann haben wir ziemlich viel richtig gemacht.

Das Gespräch erschien in gekürzter Fassung im #33 Magazin. Zurück zu Über uns

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